Eberhard Paul - ist für den Umweltschutz Layout-Beschreibung

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Das abwasserfreie Grundstück durch Wasserrecycling:

Der Nutzwasserrückgewinnungsanlage (Wasserrecycling) liegen folgende Fragen zugrunde:

  • Wieviel Wasser verbrauchen wir eigentlich, und wieviel Wasser benutzen wir?
  • Kann man Wasser verbrauchen?
  • Wasser ist nicht verbraucht, wenn es im Abfluss landet - es ist benutzt und verschmutzt! Sollten wir nicht besser das vorhandene Wasser optimal nutzen?

Durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen wurde das Konzept für die Anlage erarbeitet und umgesetzt.

Diese Anlage ist mit privaten Mitteln finanziert worden, und es wurden keine Fördermittel eingesetzt.

Die Anlage ist in der Freizeit mit Unterstützung von Umweltfreunden, der Bürgerinitiative "Das abwasserfreie Grundstück" sowie der beratenden Unterstützung von Industrie- und Handwerksbetrieben errichtet worden.

Eine Wasseraufbereitung auf der Basis eines bewachsenen Bodenfilters mit zusätzlicher Entkeimung und Speicherung des Wassers wurde gebaut.

Die Vorreinigung wird durch Luftverwirbelung (2 Stück 4W Aquarienpumpen) im Intervall betrieben.

Der biologische Abbau der Feststoffe wird durch Penergetic der Firma D. Plocher unterstützt. Seit der Inbetriebnahme im September 2000 ist bis heute kein Klärschlamm feststellbar. Durch Aktivierung der biologischen Prozesse werden die Feststoffe zu 100% abgebaut.

Die Reinigung erfolgt in einem horizontal durchflossenen Schilfbeet mit einer unterirdischen Drainage, die mit Glasfliesmatten gegen Schädigung durch Wurzeln geschützt ist. Die Glasfließmatten verhindern auch das Einschwemmen von Feststoffen in den Bodenfilter.

Der unterirdische Zufluss verhindert eine Geruchsbelästigung im Zulaufintervall und macht das Schilfbeet begehbar, was eine Gefährdung für Mensch und Tier ausschließt.

Der Kontrollschacht mit dem Auslauf des Schilfbeetes ist mit einer UV-Bestrahlung ausgestattet, so dass auch die letzten Keime vor dem Austritt entfernt werden.

Vom Kontrollschacht wird das Wasser in den Speicherteich gepumpt, aus dem eine Pumpe je nach Anfall mittels zweier Gartensprenger zur Bewässerung genutzt wird.

Die Anlage ist so gebaut, dass der Auslauf in den Speicherteich der tiefste Punkt der Anlage ist. Somit wird bei einer totalen technischen Havarie der Pegel in der Anlage soweit ansteigen und dann in den Speicherteich fließen, ohne ein Anlagenteil zu umgehen.

Das Wasser wird also auch im Havariefall erst nach dem Durchlauf des Schilfbeetes die Anlage verlassen. Selbst die Ausläufe in den beiden angeschlossenen Häusern liegen höher.

Jedoch ist es nach einer Woche Abschaltung einer Pumpe noch nicht dazu gekommen. Die Pegelstände hatten sich nur um ca. 15 cm geändert. Es wäre auch die nächsten vier Wochen zu keiner Umweltschädigung gekommen.

Das Wasser wird mit seinen Nährstofffrachten zur Bewässerung und Düngung des Gartens genutzt. Der Einsatz von Algen, die aufgrund der Nährstoffe im Gartenteich im Frühjahr reichlich wachsen, hat sich als hervorragender Naturdünger erwiesen. Die Pflanzen auf dem Grundstück entwickeln sich besser als zuvor. Ein guter Effekt für die märkische Streusandbüchse.

Für die Umwelt besteht keine Gefahr. Bewachsene Bodenfilter bringen die besten Reinigungsergebnisse. Sie bauen auch Krankheiterreger (pathogene Keime) und sogar Medikamentenrückstände ab.

Weniger als 10% des Bedarfs wird durch die Wasseraufbereitung gedeckt. Der Verwertung des Wassers liegt eine Wasserbilanz zugrunde. Eine Wasserbilanz ist für ein abwasserfreies Grundstück die Voraussetzung zur Planung der Anlage. Der Bedarf für das aufbereitete Wasser ist die Grundlage für die Verwertung.

Es wurde auf jegliche handelsübliche Düngemittel mit ihren Schadstoffen (Schwermetalle usw.) auf dem Grundstück verzichtet. Der Einsatz von aufbereitetem Wasser zur Bewässerung lässt nicht nur die Pflanzen besser gedeihen, er trägt auch zur Bodenverbesserung bei.

Es wurde nicht nur auf Düngemittel verzichtet, sondern auch auf jegliche andere Chemikalien. Die Pflanzen sehen gesünder aus und sind widerstandsfähiger. Das Ausbleiben von Schädlingen ist sicher darauf zurückzuführen, dass die Artenvielfalt sich verbessert hat, was zur natürlichen Schädlingsbekämpfung beiträgt.

Im Gartenteich haben sich viele Kleinlebewesen angesiedelt. Wasserfrösche waren vom Frühjahr bis zum Herbst zu beobachten.

Die im Sommer 2001 eingesetzten Kaulquappen von Rotbauchunken haben sich gut entwickelt, so dass diese unter Artenschutz stehenden Unken jedes Jahr in den Teich zurückgekehrt sind und ihn als Lebensraum angenommen haben. Nach dem Naturschutzgesetz ist ein geschütztes Biotop entstanden.

Gegenargumente und Widerstände gab es aufgrund der rechtlichen Auslegung der Wassergesetze und des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes.

Der Geltungsbereich der Wassergesetze bezieht sich auf die Einleitung von Schadstoffen in Gewässer.

Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz hat den Geltungsbereich der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen. Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz entlässt die flüssigen Abfälle erst aus seinem Geltungsbereich, sobald diese in ein Gewässer oder eine Abwasseranlage (nach den Wassergesetzen) eingeleitet werden.

Es besteht noch immer die unhaltbare Behauptung, dass Wasser in Tassen, Töpfen und Behälter dem Wasserrecht unterliegen.

Eine weitere unhaltbare Behauptung ist die Begründung des Anschluß- und Benutzungszwangs auf der Grundlage des Gemeinwohls oder aus Umweltgünden.

Die zentralen Großklärwerke mit ihren langen Kanalisationen bringen doch weit mehr Umweltprobleme mit sich als moderne dezentrale Anlagen. Die Belastungen der Flüsse, Seen und Meere durch eingeleitete Abwässer aus Großkläranlagen sind erwiesene Tatsachen.

Die Argumentation mit dem Gemeinwohl dürfte ein Überbleibsel aus dem 19. Jahrhunderts sein, als die Kanalisation die Abwasserbeseitigung in der Gosse ablöste.

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