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Protest gegen Haftandrohung

Michael Platz
03253 Schönborn/ Elbe-Elster-Kreis

An den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Fürstenwalde
Verbandsvorsteher Herr Reim
Kaufmännische Geschäftsführerin Frau Scheibe
Uferstr. 5
15517 Fürstenwalde
Fax 03361-5965914

Für das Allgemeinwohl nötig oder Machtmissbrauch?

Sehr geehrte Frau Scheibe, sehr geehrter Herr Reim,

zunächst ungläubig, rasch aber mit großem Erschrecken las ich im ND vom 08.12. 2005 von "Ihrem Begehren", Herrn Thomas Plenzke aus Rauen verhaften lassen zu wollen, wenn er Ihnen nicht über 3000€ für die Reinigung seines Abwassers bezahlt!?
Aber warum sollte er das auch tun? Sie haben ja nicht die geringste Leistung für ihn erbracht!
Die Familie Plenzke reinigt ihr Schmutzwasser auf ihrem Grundstück höchst umweltfreundlich selbst und verwendet es mehrfach. Damit wird dem Wasserhaushaltsgesetz doch vorbildlich Genüge getan, oder? Trinkwasser wird eingespart, jede "vermeidbare Beeinträchtigung von Gewässern" wird unterlassen!
Können Sie das auch von Ihrem Klärwerk sagen?

Ich könnte mir vorstellen, die Menschen in vielen Ländern der EU würden sich entgeistert anschauen, wenn Sie erführen, dass man in Deutschland eingesperrt werden kann, wenn man sein Abwasser selbst reinigen möchte.

Aber kann man das wirklich?
Sind sie nach dem Gesetz zu solcher Handlungsweise gezwungen?
Und wenn es (wie ein Gutachten zur Anlage der Familie Plenzke bestätigt) schon keine Sorge um mögliche Gewässerschäden geben muss, um wie viel Cent können Sie denn die Beiträge für, an Ihr Klärwerk angeschlossene Haushalte senken, wenn Sie diese Anlage zerstören, denn nichts anderes wäre der Zwangsanschluss des Plenzke-Grundstückes, den Sie mit Polizeihilfe doch anstreben?

Da ich mir vorstellen kann, in welch psychischer Anspannung die Familie Plenzke die bevorstehenden Weihnachten verbringen wird, möchte ich Ihnen meine Meinung zu Ihrem Vorgehen mitteilen.

Ich bin der Ansicht, dass auch objektive Gründe, wie etwa die Sorge um den Arbeitsplatz keinesfalls rechtfertigen, seine Unterschrift unter Dokumente zu setzen, welche androhen, Jemanden in Beugehaft zu nehmen, der nichts anderes tut, als die Verantwortung für sein Schmutzwasser in eigener Hand zu behalten, es selbst wieder aufzubereiten und damit Wasser zu sparen!
Deshalb können meiner Meinung nach auch nicht der Verband oder die Gemeindevertretungen,
sondern nur Sie selbst die Verantwortung für die Folgen aus Ihrem "Begehren nach Beugehaft" tragen!

Mit der Frage, in welche Zeit Sie uns mit Ihrer Vorgehensweise eigentlich zurückversetzen wollen, protestiere ich hiermit auf das Entschiedenste gegen die mittlerweile 2-fache Haftandrohung gegen Herrn Plenzke und fordere Sie auf, unverzüglich nach einer anderen, einvernehmlichen Lösung zu suchen!
Ihr Vorgehen ist in meinen Augen für einen Behördenangestellten, der einen demokratischen und freiheitlichen Staat vertreten soll, unvorstellbar und kann von mir moralisch nur verurteilt werden.

Besinnliche Weihnachten!


Michael Platz
Schönborn, den 22.12.2005

Autor: Michael Platz
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