Abwasserbehandlung in Deutschlan
Die Reinigung des Abwassers gehört - wie Wasser, Stromversorgung und Müllabfuhr - zur Daseinsvorsorge, die der Staat gewährleistet.
Die noch heute übliche Art der Schwemmkanalisation gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Man versuchte, die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, die durch verschmutztes Trinkwasser übertragen wurden. Damals wurden Schmutz und Dreck in dieselben Gewässer gekippt, aus denen man an anderer Stelle Trink- und Brauchwasser entnahm.
Bereits 1902 erkannten Unternehmen wie RWE die Möglichkeiten, mit Daseinsvorsorge Gewinne zu erwirtschaften. Damals wurde der Grundstein für das heutige System gelegt: Bürgermeister und Kommunen wurden als Aufsichtsräte und Anteilseigner einbezogen. Durch die Nähe zum Gesetzgeber wurden Unternehmensinteressen in Gesetze gegossen, die wir inzwischen als selbstverständlich hinnehmen.
Teuer aufbereitetes Trinkwasser zum Transport von Fäkalien zu verwenden, scheint zwar unsinnig zu sein - andere Möglichkeiten werden jedoch höchstens für Entwicklungsländer in betracht gezogen.
Noch immer werden schädliche Abwasserbestandteile (Hormone, Medikamentenrückstände, pathogene Keime u. a.) in Gewässer abgeleitet, obwohl effektivere Techniken längst erschwinglich sind.
Im ländlichen Raum, wo niemals in der Geschichte verheerende Seuchen durch verschmutztes Wasser entstanden sind, wird noch heute Kanalisation gebaut, um die Interessen der immer mächtigeren Wasser-Konzerne zu bedienen.
"In den Beziehungen der Menschen untereinander kann nun aber keinem ein größeres Unheil zustoßen, als sich dem Ermessen eines anderen unterwerfen zu müssen." (J.J. Rousseau, geb. 1712 in Genf )
Autor: Maria Rosemeyer
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